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Heizungstausch: Was passiert mit dem alten Öltank?

Sarah Zander-Winzen5 Min. Lesezeit
Grafik: Heizungstausch und Öltank — Ratgeber vom WHG-Fachbetrieb Ingensiep & Schallenberg

Wer von Öl auf Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme umsteigt, plant vor allem die neue Heizung — Angebote, Förderantrag, Installationstermin. Der alte Tank taucht in dieser Planung oft erst auf, wenn der Heizungsbauer fragt: „Und was machen wir mit dem Tank?” Dabei lohnt es sich, diese Frage früh zu beantworten — wegen der Förderung sogar bevor die Arbeiten beginnen. Dieser Ratgeber ordnet die Tankfrage in das Heizungstausch-Projekt ein: Pflichten, Wege, Restöl, Reihenfolge.

Muss der Öltank beim Heizungstausch raus?

Eine gesetzliche Pflicht, den Tank am Tag des Heizungstauschs zu entfernen, gibt es nicht — der Tank darf den Kesseltausch „überleben”. Wichtig zu wissen ist aber, was das bedeutet: Ein Heizöltank mit Restöl bleibt eine Anlage zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Sie bleiben Betreiber — mit allem, was dazugehört:

  • Prüfpflichten laufen weiter. Erdtanks müssen weiterhin alle 5 Jahre (in Schutzgebieten alle 2,5 Jahre) vom Sachverständigen geprüft werden, ebenso oberirdische Tanks über 10.000 Liter.
  • Das Leckanzeigegerät braucht weiter seine jährliche Funktionsprüfung — auch wenn die Heizung längst nicht mehr mit Öl läuft.
  • Die Betreiberverantwortung bleibt. Für Undichtigkeiten und daraus entstehende Schäden haftet der Betreiber, nicht der frühere Heizungsbauer.

Erst die endgültige Stilllegung oder Demontage durch einen Fachbetrieb nach § 62 AwSV beendet diese Pflichten — mit einer Bescheinigung für Ihre Unterlagen. Ein „geparkter” Tank im Keller ist also keine neutrale Lösung, sondern eine laufende Verpflichtung ohne Nutzen.

Demontage oder Stilllegung — welcher Weg passt zu Ihrem Tank?

Die Entscheidung fällt in den meisten Fällen mit dem Tanktyp:

TanktypÜblicher WegWarum
Kellertank (Stahl oder Kunststoff)DemontageRaumgewinn — der Tankraum wird als Keller nutzbar
Batterietank-AnlageDemontagewie Kellertank; jeder Behälter wird einzeln zerlegt
Erdtank (im Garten / unter der Einfahrt)StilllegungAushub entfällt; je nach Lage Quarzsand-Verfüllung

Beim Kellertank kommt nach der Demontage ein Raum zurück, der jahrzehntelang blockiert war — als Lager, Werkstatt, Hauswirtschaftsraum oder Technikraum für die neue Anlage. Ein Detail, das viele nicht auf dem Zettel haben: Alte Tanks sind oft größer als die Kellertür. Beim Zerlegen vor Ort ist das kein Problem, gelegentlich ist aber ein kleiner Mauerabbruch nötig — das prüfen wir bei der Ortsbesichtigung.

Beim Erdtank ist die Stilllegung an Ort und Stelle meist die wirtschaftlichere Lösung; wann eine Quarzsand-Verfüllung dazukommt, haben wir im Ratgeber Erdtank stilllegen & verfüllen beschrieben. Den ausführlichen Vergleich beider Wege mit Kosten finden Sie unter Öltank stilllegen oder entsorgen?, konkrete Richtpreise für die Demontage im Ratgeber Tankdemontage-Kosten.

Was passiert mit dem restlichen Heizöl?

Die Restöl-Frage entscheidet mit über den Zeitpunkt des ganzen Projekts. Drei Wege gibt es:

  1. Verheizen. Der einfachste Weg: den Heizungstausch so legen, dass der Tank möglichst leer ist — typischerweise zum Ende der Heizperiode. Jeder Liter, der noch verheizt wird, muss weder umgefahren noch entsorgt werden.
  2. Umfahren. Verwendbares Heizöl fahren wir mit unserem Saug-Druck-Tankwagen in einen anderen Tank oder zu einer anderen Immobilie um — zu Verwandten, Nachbarn oder in Ihr zweites Objekt. Das ist eine kostenpflichtige Zusatzleistung, die im Angebot separat ausgewiesen wird.
  3. Entsorgen. Nicht mehr verwendbares Öl und der Ölschlamm gehen an einen zertifizierten Entsorger — dokumentiert über den elektronischen Abfallnachweis.

Das Abpumpen des Tanks ist bei Demontage und Stilllegung ohnehin Teil der Arbeiten und bis 6.000 Liter in unseren Festpreisen enthalten.

In welcher Reihenfolge läuft der Heizungstausch mit Tankentsorgung ab?

Die Reihenfolge ist vor allem wegen der Förderung wichtig — ein zu früher Start kann den Zuschuss kosten:

  1. Angebote einholen — für die neue Heizung beim Heizungsbauer, für die Tankentsorgung beim Tankschutz-Fachbetrieb. Beide Posten gehören in denselben Förderantrag.
  2. Förderantrag stellen — vor Beginn der Arbeiten. Ihr Energieberater oder Heizungsbauer bündelt die Tankdemontage als Umfeldmaßnahme mit in den BEG-Antrag. Erst nach der Antragstellung (bzw. Zusage) dürfen die Arbeiten beginnen.
  3. Restöl planen. Tank leerfahren, Umfuhr organisieren oder Entsorgung einplanen (siehe oben).
  4. Heizungstausch durch den Heizungsbauer. Die neue Heizung läuft — der Tank ist ab jetzt funktionslos.
  5. Tankdemontage oder Stilllegung durch den Fachbetrieb. Muss nicht am selben Tag passieren; ein eigener Termin nach dem Heizungstausch ist der Normalfall.
  6. Nachweise sichern. Sie erhalten von uns eine Bescheinigung über die fachgerechte Ausführung. Der Entsorgungsnachweis für den alten Öltank ist zudem Bedingung für den 20-%-Klimageschwindigkeitsbonus der BEG — Details im Förder-Ratgeber.

Welche Förderung gibt es für die Tankentsorgung?

Kurz zusammengefasst: Beim Wechsel auf eine förderfähige Heizung (Wärmepumpe, Pellet-/Biomasseheizung, Fernwärme, Solarthermie-Hybrid) zählt die Öltank-Entsorgung als Umfeldmaßnahme der BEG und wird mit Ihrem Gesamt-Fördersatz von 30 bis 70 % bezuschusst — innerhalb des Kostendeckels von 30.000 € je Wohneinheit. Ohne Heizungstausch bleibt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG (20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 € pro Jahr); beides zusammen geht nicht.

Alle Details — Fördersätze, Antragsweg, typische Fehler — stehen im Ratgeber Öltank entsorgen mit Förderung.

Einwandiger Erdtank? Dann entscheidet der Heizungstausch doppelt

Ein Sonderfall betrifft ältere Anlagen: Einwandige unterirdische Heizöltanks sind seit dem 18. April 2017 nach AwSV nicht mehr zugelassen. Wer einen solchen Tank hat, müsste für einen Weiterbetrieb ohnehin sanieren — etwa mit einer Kunststoffinnenhülle. Steht ohnehin der Umstieg auf Wärmepumpe oder Pellets an, erledigt sich diese Investition: Der Tank wird im Zuge des Heizungstauschs endgültig stillgelegt, und die Sanierungsfrage stellt sich nicht mehr.

Ähnliches gilt für Tankanlagen über 30 Jahre: Hier ist die Zulassung in der Regel erloschen, Arbeiten am Tank erfolgen nur noch ohne Gewährleistung. Auch das ist häufig der Moment, an dem der Heizungstausch die wirtschaftlichere Antwort ist als eine aufwändige Ertüchtigung des alten Tanks.


Sie planen den Umstieg und möchten die Tankfrage früh klären? Erfahren Sie mehr über unsere Tankdemontage und Tankstilllegung oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf — wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot, das Ihr Heizungsbauer direkt in den Förderantrag übernehmen kann.

Häufige Fragen

Muss der Öltank beim Heizungstausch entfernt werden?
Nicht sofort und nicht zwingend am Tag des Heizungstauschs. Es gibt keine gesetzliche Frist, bis wann der Tank nach dem Umstieg entfernt sein muss. Aber: Ein Tank mit Restöl bleibt eine Anlage zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen — Sie bleiben Betreiber, Prüffristen und Wartungspflichten laufen weiter. Erst die endgültige Stilllegung oder Demontage durch einen Fachbetrieb nach § 62 AwSV beendet diese Pflichten.
Wie lange darf der alte Öltank nach dem Heizungstausch stehen bleiben?
Eine feste Frist nennt das Gesetz nicht. In der Praxis spricht trotzdem wenig für langes Warten: Solange Heizöl im Tank ist, tragen Sie die Betreiberverantwortung, prüfpflichtige Tanks müssen weiter turnusmäßig vom Sachverständigen geprüft werden, und das Leckanzeigegerät braucht weiterhin seine jährliche Funktionsprüfung. Wer die Tankentsorgung zudem über die BEG fördern lassen will, muss sie ohnehin im Zuge des Heizungstauschs beantragen.
Was passiert mit dem restlichen Heizöl im Tank?
Drei Wege: verheizen, umfahren oder entsorgen. Am wirtschaftlichsten ist es, den Tausch so zu planen, dass der Tank möglichst leer ist — etwa zum Ende der Heizperiode. Verwendbares Restöl fahren wir auf Wunsch mit dem Tankwagen in einen anderen Tank oder zu einer anderen Immobilie um, etwa zu Verwandten (kostenpflichtige Zusatzleistung). Nicht mehr verwendbares Öl geht an einen zertifizierten Entsorger.
Wird die Tankentsorgung beim Heizungstausch gefördert?
Ja. Beim Wechsel auf eine förderfähige Heizung — Wärmepumpe, Pellet- oder Biomasseheizung, Fernwärme-Anschluss — zählt die Demontage und Entsorgung des Öltanks zu den Umfeldmaßnahmen der BEG und wird mit Ihrem persönlichen Gesamt-Fördersatz von 30 bis 70 % bezuschusst. Wichtig: Der Förderantrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden, und der Entsorgungsnachweis ist Bedingung für den 20-%-Klimageschwindigkeitsbonus.
Demontage oder Stilllegung — was ist beim Heizungstausch üblich?
Beim Kellertank fast immer die Demontage: Der Tank wird gereinigt, vor Ort zerlegt und entsorgt — und Sie gewinnen einen vollwertigen Kellerraum zurück. Beim Erdtank ist die Stilllegung an Ort und Stelle meist wirtschaftlicher, weil der aufwändige Aushub entfällt; je nach Bauart und Lage wird mit Quarzsand verfüllt. In beiden Fällen erhalten Sie eine Bescheinigung über die fachgerechte Ausführung.
Kann der alte Tankraum für die neue Heizung genutzt werden?
Häufig ja. Nach der Demontage steht der frühere Tankraum als Technik-, Lager- oder Hauswirtschaftsraum zur Verfügung — etwa für Pufferspeicher oder andere Komponenten der neuen Anlage. Ob die Technik Ihrer neuen Heizung dort sinnvoll unterkommt, klären Sie am besten mit Ihrem Heizungsbauer; die räumliche Voraussetzung schafft die Tankdemontage.

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